Zamek Książąt Pomorskich / Schloss der pommerschen Herzöge, Szczecin, 2014
Auf Lubinus’ Spuren. Ein ungewöhnlicher Reiseführer ist die deutschsprachige Ausgabe der Publikation Śladami Lubinusa. Przewodnik niezwykły. Das Buch führt durch Städte, Klöster, Hafenorte und ehemalige herzogliche Residenzen Pommerns und erschließt die Region aus der Perspektive der berühmten Karte Eilhard Lubins aus dem frühen 17. Jahrhundert. Das Projekt verknüpft die Geschichte Pommerns mit dem kulturellen Erbe der Region und zeichnet zugleich das Bild einer Landschaft, die heute auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze liegt. Einen zentralen Bezugspunkt bildet dabei die Lubinus-Karte selbst, die als eines der bedeutendsten Werke der frühneuzeitlichen Kartografie Pommerns und zugleich als außergewöhnliches Zeugnis der historischen Identität der Region gilt. Die Arbeit umfasste die Übersetzung des Reiseführers ins Deutsche unter Berücksichtigung sowohl des historischen Kontextes der Region als auch der sprachlichen Erwartungen des heutigen deutschsprachigen Publikums.
Die größte Herausforderung des Projekts lag weniger in der sprachlichen Übertragung selbst als in der Arbeit mit einem Raum, der zugleich unterschiedlichen historischen Erinnerungshorizonten und kulturellen Deutungstraditionen unterliegt. Dies betraf unter anderem historische Ortsbezeichnungen, die Terminologie zur Geschichte Pommerns, zur Reformationszeit, zu den Hansestädten sowie zu den ehemaligen administrativen Gliederungen der Region. Die deutsche Fassung des Reiseführers erforderte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen einer zeitgenössischen touristischen Sprache, der historischen Terminologie Pommerns sowie den unterschiedlichen Erinnerungskulturen beiderseits der Grenze. Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit bestand zudem darin, den narrativen Charakter der Publikation zu bewahren, die nicht allein als klassischer Reiseführer angelegt ist, sondern zugleich als Erzählung über die Geschichte der Region und die Erinnerung des Landschaftsraums fungiert.
Die Arbeit an der Übersetzung beruhte auf der gleichzeitigen Berücksichtigung historischer, kartografischer und kultureller Zusammenhänge. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der terminologischen Kohärenz, der sprachlichen Natürlichkeit des Deutschen sowie der Frage, wie einzelne Bezeichnungen und Begriffe innerhalb der deutschen historiografischen Tradition verwendet und verstanden werden. Ein wesentlicher Bestandteil des Übersetzungsprozesses bestand zudem darin, die besondere narrative Atmosphäre des Reiseführers zu bewahren, der Elemente einer historischen Publikation, eines landschaftsbezogenen Essays sowie eines kulturhistorischen Reiseführers miteinander verbindet. Eine wichtige Rolle spielte in der Arbeit am Text zudem die Berücksichtigung der Unterschiede zwischen der polnischen und der deutschen Art, über die Geschichte Pommerns zu erzählen, sowie der Stellung, die die Region im kulturellen Gedächtnis beider Länder einnimmt.
Das Ergebnis der Arbeit ist eine deutsche Fassung des Reiseführers, die deutschsprachigen Leserinnen und Lesern eine gleichzeitige Annäherung an die Geschichte Pommerns, die Lubinus-Karte sowie an die heutige Kulturlandschaft der Region ermöglicht. Die Publikation richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich für die Geschichte Pommerns, die Kultur des deutsch-polnischen Grenzraums, die Geschichte der Kartografie, den Kulturtourismus sowie das historische Erbe des Ostseeraums interessieren. Die Übersetzung bewahrt das Gleichgewicht zwischen historischer Präzision, dem narrativen Charakter des Textes sowie der heutigen Lesbarkeit der Publikation und ermöglicht damit eine Rezeption des Reiseführers sowohl als Instrument der Wissensvermittlung als auch als kulturhistorische Veröffentlichung.