Muzeum Piaśnickie w Wejherowie I Oddział Muzeum Stutthof, 2023
Das Projekt umfasste die Übersetzung der Dauerausstellung des Piaśnica-Museums in Wejherowo ins Deutsche, die den Verbrechen von Piaśnica gewidmet ist. Der Arbeitsumfang erstreckte sich sowohl auf die Übersetzung der musealen Ausstellungstexte als auch auf die Bearbeitung archivalischer Dokumente, die einen integralen Bestandteil der Ausstellungsnarration bilden. Die Übersetzung umfasste fachliche Ausstellungstafeln, Objektbeschreibungen, Inhalte multimedialer Stationen sowie Filmtexte. Parallel dazu erfolgte die Übersetzung von Verwaltungsdokumenten des Deutschen Reiches, Berichten deutscher Beamter über Wejherowo, dem Exhumierungsprotokoll aus den Wäldern von Piaśnica sowie umfangreichen Prozessunterlagen zur strafrechtlichen Verfolgung der Täter. Ein integraler Bestandteil des Projekts war zudem die Übersetzung von Dokumenten aus dem Prozess gegen Albert Forster, darunter Zeugenaussagen sowie ausgewählte Passagen aus den Gerichtsakten.
Die Ausstellung basiert auf dem konzeptionell angelegten Zusammenspiel historischer Narration und originaler Quellen. Die Übersetzung der Ausstellungstexte erforderte eine differenzierte Anpassung an den jeweiligen Ausstellungsraum sowie an unterschiedliche Rezeptionsformate, darunter Ausstellungstafeln, Audioformate und multimediale Benutzeroberflächen. Ein eigenständiger Arbeitsbereich war die Übersetzung von Prozessunterlagen und Gerichtsakten, einschließlich der Materialien aus dem Verfahren gegen Albert Forster. Diese Dokumente sind in der Rechts- und Verwaltungssprache; ihre Struktur reflektiert die Rechtspraxis der Nachkriegszeit sowie die Terminologie des Machtapparats des Deutschen Reiches. Für eine quellengerechte Übertragung war die konsequente Wahrung terminologischer Präzision, der argumentativen Struktur sowie der charakteristischen Syntax amtlicher Schriftstücke von zentraler Bedeutung. Die gleichzeitige Präsentation übersetzter Archivdokumente und interpretativer Ausstellungstexte erforderte eine klare sprachliche Differenzierung innerhalb der gesamten Ausstellung.
Die Übersetzungsarbeit erfolgte unter Berücksichtigung des gesamtkonzeptionellen Rahmens der Ausstellung. Jeder Text wurde als integraler Bestandteil einer kohärenten narrativen Gesamtstruktur analysiert, die die Besucherinnen und Besucher durch die Abfolge der Ausstellungsräume führt. Dies umfasste sowohl die Übersetzung der wissenschaftlich konzipierten Ausstellungstafeln als auch die sprachlich-konzeptionelle Ausarbeitung multimedialer Stationen, über die Archivdokumente erschlossen und vermittelt werden. Bei der Übersetzung von Prozess- und Verwaltungsdokumenten des Deutschen Reiches wurden deren formale Struktur, die juristische Terminologie sowie die historische Sprachschicht konsequent gewahrt. Die Quellen wurden weder vereinfachend bearbeitet noch inhaltlich interpretativ überformt; ihre argumentative wie auch rhetorische Struktur wurde in der Übersetzung mit methodischer Präzision rekonstruiert. Die terminologische Kohärenz wurde innerhalb der gesamten Ausstellung konsequent gewahrt, was insbesondere im Hinblick auf wiederkehrende Bezüge zu Institutionen, Verwaltungsorganen und Rechtskategorien von zentraler Bedeutung war.
Als Ergebnis entstand eine umfassende deutschsprachige Textebene, die sowohl die Ausstellungstexte als auch die Übertragung von Archiv- und Prozessdokumenten einschließlich der Materialien aus dem Verfahren gegen Albert Forster umfasst. Im Ausstellungsraum treten interpretative Texte und Originaldokumente nebeneinander in Erscheinung und bewahren dabei jeweils ihre spezifische sprachliche Eigenart sowie ihre strukturelle Differenz. Das Projekt verband die museale Präsentation mit der Übersetzung von Prozessunterlagen, Gerichtsakten sowie Verwaltungsdokumenten des Deutschen Reiches, die einen integralen Bestandteil der historischen Dokumentation des Verbrechens darstellen.