Polnisches Institut Wien, Wien, 2002
Der Ausstellungskatalog Die Zisterzienser in Niederschlesien. Das Goldene Zeitalter der Barockkunst 1650–1750 dokumentiert ein zentrales Forschungsprojekt zur Kunst des Zisterzienserordens in Niederschlesien während des reifen Barock. Der Katalog versammelt kunsthistorische Studien, die Architektur, Skulptur und die Ausstattung sakraler Räume im Zusammenhang mit dem Mäzenatentum und der Spiritualität des Ordens untersuchen. Die Publikation verbindet eine übergreifende Darstellung mit detaillierten Einzelanalysen und besitzt sowohl synthetischen als auch quellennahen Charakter.
Auf diese Weise wird die künstlerische Tätigkeit der Zisterzienser in den weiteren kulturellen Kontext des frühneuzeitlichen Schlesiens eingeordnet.
Die wichtigste Herausforderung bestand in der Arbeit mit einem Text, der mehrere Register zugleich vereint: die Fachsprache der Kunstgeschichte des Barock, die Terminologie der Ordensorganisation sowie eine präzise Beschreibung der liturgischen und ikonografischen Funktionen der Werke. Der Katalog arbeitet mit Begriffen, die sowohl im kunsthistorischen als auch im theologischen Diskurs verankert sind, was einen besonders sorgfältigen Umgang mit den jeweiligen Entsprechungen erforderte. Die Schwierigkeit lag darin, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Klarheit der Darstellung und Informationsdichte zu wahren, ohne die gedanklichen Strukturen zu vereinfachen oder anachronistische Deutungen einzuführen.
Die Übersetzung folgte dem Prinzip strenger terminologischer Disziplin sowie der konsequenten Ausrichtung der Syntax an der Logik des wissenschaftlichen Textes. Jeder Abschnitt wurde als Teil eines übergeordneten Zusammenhangs behandelt, in dem begriffliche Kohärenz und terminologische Konsequenz von zentraler Bedeutung sind. Die Arbeitsweise zielte auf die Vermeidung stilistischer Verschiebungen und jeglicher Form interpretierender Ergänzung. Wo die Struktur des Originals aus Gründen der Verständlichkeit in der Zielsprache eine Ordnung erforderte, beschränkte sich der Eingriff auf eine klare Führung des Arguments, ohne dessen Sinn oder Ton zu verändern.
Das Ergebnis der Arbeit ist eine Übersetzung, die dem Katalog eine uneingeschränkte Nutzung im internationalen wissenschaftlichen Kontext ermöglicht. Die Publikation richtet sich an Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker, Barockforscherinnen und -forscher, Museumsfachleute sowie an Personen, die sich mit dem monastischen Erbe und der Sakralkunst Mitteleuropas befassen. Die Übersetzung fungiert als neutrales Medium, das nicht mit dem Inhalt konkurriert, sondern eine präzise Lektüre ermöglicht. Ihr Ziel besteht darin, einen unmittelbaren Zugang zur Argumentation der Autorinnen und Autoren zu gewährleisten, ohne interpretative Akzente zu verschieben oder die Struktur des wissenschaftlichen Diskurses zu beeinträchtigen.