Muzeum Zamkowe w Malborku, Malbork 2019

Der Ausstellungskatalog W przededniu wielkiej odbudowy war dem Berliner Album von Johann Friedrich Frick Schloss Marienburg in Preussen. Nach seinen vorzüglichsten äussern und innern Ansichten dargestellt gewidmet, das zwischen 1799 und 1803 auf Grundlage der Zeichnungen Friedrich David Gillys sowie der Pläne Carl Ludwig Rabes veröffentlicht wurde. Im Mittelpunkt der Publikation stand die Zeit vor der Rekonstruktion der Marienburg im 19. Jahrhundert, als sich die mittelalterliche Ordensburg in einem teilweise ruinösen Zustand befand und tiefgreifenden Veränderungen ihrer Verwaltungs- und Militärfunktion unterworfen war. Den Ausgangspunkt der Ausstellung bildeten Fricks Radierungen, die die Marienburg in ihrem Zustand vor den Rekonstruktionsmaßnahmen des 19. Jahrhunderts dokumentieren. Der Katalog ordnete das Album in den weiteren Kontext der romantischen Kultur, der Geschichte der preußischen Denkmalpflege sowie des veränderten Verständnisses gotischer Architektur gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein. Die Publikation verband die Analyse der Ikonographie mit einer Reflexion über die Herausbildung eines modernen Interesses an der Marienburg innerhalb der preußischen Öffentlichkeit und der intellektuellen Kreise des frühen 19. Jahrhunderts.
Die Arbeit am Katalog erforderte die Übersetzung von Texten an der Schnittstelle zwischen Kunstgeschichte, Architekturgeschichte und der Historiographie der Denkmalpflege. Einen wesentlichen Bestandteil des Materials bildeten Beschreibungen von Radierungen und Architekturplänen sowie Analysen der Darstellung der Marienburger Ruinen in der Kultur der Spätaufklärung und der Frühromantik. Von zentraler Bedeutung war dabei die Terminologie grafischer Techniken, historischer Funktionen der Schlossräume sowie der denkmalpflegerischen Dokumentationspraxis des 19. Jahrhunderts. Die Texte bewegten sich zugleich im Bereich ikonographischer Interpretation, in dem sich die formale Beschreibung mit Überlegungen zur symbolischen Bedeutung der Ruinen sowie zur Herausbildung eines modernen denkmalpflegerischen Bewusstseins verband. Im Übersetzungsprozess galt es, ein Gleichgewicht zwischen terminologischer Präzision und argumentativer Klarheit zu wahren, ohne den für wissenschaftliche Museumspublikationen charakteristischen Stil zu verlieren. Eine zusätzliche Herausforderung bestand in den historischen deutschen Bezeichnungen, Titeln und editorischen Formeln, deren Bedeutung im Einklang mit dem historischen Kontext der Epoche sowie mit der Forschung zur Architektur der ehemaligen preußischen Gebiete wiedergegeben werden musste.
Die Arbeit am Material erfolgte auf Grundlage einer Analyse des historischen und ikonographischen Kontextes des Albums von Frick sowie seiner Stellung innerhalb der Forschung zur Geschichte der Marienburg. Jeder Text wurde unter Berücksichtigung der in der Architekturgeschichte, der Druckgraphik und der Denkmalpflege gebräuchlichen Fachterminologie erarbeitet. Besondere Aufmerksamkeit galt der terminologischen Konsistenz der Bezeichnungen für Schlossräume, architektonische Elemente sowie die im Album verwendeten grafischen Techniken. In den analytischen Textpassagen wurde eine klare Trennung zwischen der Beschreibung des Quellenmaterials und seiner historischen Interpretation gewahrt, wodurch die argumentative Struktur der Texte nachvollziehbar blieb. Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit war zudem die Wahrung eines einheitlichen stilistischen Registers. Die Texte bewahrten ihren wissenschaftlich-musealen Charakter und zugleich eine klare, präzise Ausdrucksweise. Die redaktionelle Bearbeitung der Übersetzung umfasste darüber hinaus die Vereinheitlichung der in verschiedenen Teilen der Publikation verwendeten Terminologie sowie die sprachliche Anpassung der Übersetzung an die Standards wissenschaftlicher Museumspublikationen.
Als Ergebnis entstand die Übersetzung eines Ausstellungskatalogs, der einem ikonographischen Zyklus zur Marienburg aus der Zeit um 1800 gewidmet ist. Die Publikation richtet sich an Kunst- und Architekturhistorikerinnen und -historiker, Museumsfachleute sowie an Leserinnen und Leser mit Interesse an der Geschichte der Denkmalpflege und der visuellen Kultur der Romantik. Der Katalog erschloss die Materialien zum Album Fricks für einen breiteren wissenschaftlichen und musealen Kontext, wobei sowohl die terminologische Präzision als auch der historische Charakter der Originaltexte gewahrt blieben. Die Publikation kann in Forschung, Museumsarbeit und Lehre eingesetzt werden und entspricht zugleich den Standards wissenschaftlicher Museumspublikationen.