Muzeum Zamkowe w Malborku, Malbork 2021

Die Ausstellung Regnum defendo ense et alis tego stricto. Malbork w Prusach Królewskich befasste sich mit dem Wandel von Funktion und Bedeutung des Schlosses Marienburg nach dem Jahr 1457, als die Festung unter die Herrschaft der polnischen Könige gelangte. Die Präsentation erstreckte sich vom Zweiten Frieden von Thorn bis zur Ersten Teilung Polens und zeigte Malbork als Residenz der königlichen Amtsträger, als Tagungsort der Sejmiks sowie als bedeutendes Verwaltungs- und Militärzentrum. Das Projekt hatte einen wissenschaftlich-musealen Charakter und basierte auf einem differenzierten Quellenbestand, darunter Kanzleidokumente, ikonografische Zeugnisse, Militaria sowie kunsthandwerkliche Objekte. Der Ausstellungskatalog strukturierte das historische und interpretative Material und bündelte die Argumentation zur Rolle der Marienburg innerhalb der staatlichen Ordnung von Polen-Litauen.
Der Arbeitsumfang umfasste die Übersetzung der Zusammenfassungen der wissenschaftlichen Begleitbeiträge zur Ausstellung. Die Texte verbanden Fragestellungen der Historiographie, der Staats- und Rechtsgeschichte sowie militär- und kunsthistorische Perspektiven auf die frühe Neuzeit. Die zentrale Herausforderung bestand darin, stark verdichtete Inhalte mit größtmöglicher Präzision zu übertragen, wobei jede terminologische Entscheidung zugleich interpretative Tragweite besaß. Zugleich galt es, die argumentative Klarheit zu wahren und die Terminologie zur Verfassungsordnung der Königlichen Preußen, zu ihrem Verhältnis zur Krone sowie zur Funktionsweise der Verwaltung differenziert zu berücksichtigen. Besondere Aufmerksamkeit galt den lateinischen Formeln und historischen Titulaturen, deren Bedeutung ohne Verlust ihres semantischen und historischen Kontextes wiedergegeben werden musste. Der Text musste terminologisch präzise formuliert sein und zugleich im wissenschaftlichen wie im musealen Diskurs nachvollziehbar bleiben.
Die Arbeit am Material beruhte auf der konsequenten Einbettung der Zusammenfassungen in ihren quellenbezogenen und historiographischen Kontext. Jeder Text wurde unter Berücksichtigung der verfassungsrechtlichen Gegebenheiten der Königlichen Preußen sowie der einschlägigen Forschungstradition erarbeitet, in der die Marienburg als königliche Festung verortet ist. Entscheidend war eine durchgängig präzise Terminologie aus den Bereichen Verwaltung, Militärwesen und Kunstgeschichte, damit die Übersetzung dem aktuellen Forschungsstand in jeder Hinsicht gerecht wird. Die Objektbeschreibungen sind bewusst knapp und präzise gehalten, wie es für wissenschaftlich konzipierte Museumspublikationen charakteristisch ist. Die redaktionelle Bearbeitung umfasste sowohl die inhaltliche Durchsicht als auch die stilistische Ausarbeitung, wobei der begrifflichen Kohärenz des gesamten Materials besondere Aufmerksamkeit galt.
Das Ergebnis ist die Übersetzung des Ausstellungskatalogs des Schlossmuseums in Malbork. Er richtet sich an Forschende zur Geschichte der Frühen Neuzeit, an Museumsfachleute sowie an ein historisch interessiertes Publikum, das sich mit der Geschichte der Königlichen Preußen und der politischen Kultur der Adelsrepublik befasst. Die Publikation macht die Forschungsergebnisse zur Funktion der Marienburg innerhalb der Strukturen der Krone einem Publikum außerhalb des polnischsprachigen Wissenschaftsdiskurses zugänglich. Die Übersetzung bewahrt die terminologische Präzision sowie die argumentative Struktur der Originaltexte und entspricht zugleich den Standards wissenschaftlich konzipierter Museumspublikationen.