Zamek Książąt Pomorskich / Schloss der pommerschen Herzöge, Szczecin, 2014
Das Projekt umfasste die Übersetzung des Ausstellungskatalogs Pod skrzydłami gryfa (Unter den Flügeln des Greifen), der anlässlich des Greifenjahres 2014 vom Schloss der Pommerschen Herzöge in Szczecin (Zamek Książąt Pomorskich w Szczecinie) in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Szczecin (Archiwum Państwowe w Szczecinie) realisiert wurde. Die Ausstellung näherte sich dem Motiv des Greifen aus historischer und kunstgeschichtlicher Perspektive und spannte einen Bogen vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Präsentiert wurden sowohl Archivalien aus polnischen und deutschen Beständen als auch museale Objekte aus verschiedenen Sammlungen.
Die größte Herausforderung bestand in der Arbeit mit einem vielschichtigen Textgefüge. Der Katalog vereinte wissenschaftliche Aufsätze zur Genese des pommerschen Greifen, zu seinen politischen und heraldischen Funktionen sowie zu seiner Präsenz in der Kunst. Ergänzt wurden diese durch Fachkommentare zu Greifendarstellungen auf Münzen, Medaillen und Siegeln sowie durch Katalogbeträge zu den einzelnen Objekten. Die Übersetzung erforderte eine konsequente terminologische Kohärenz an der Schnittstelle von Kunstgeschichte, Heraldik, Sphragistik und Numismatik, bei gleichzeitiger Wahrung der narrativen Klarheit des Gesamttextes.
Die Übersetzungsarbeit war vergleichend und terminologisch ausgerichtet. Ziel war eine durchgängige Vereinheitlichung der Benennungen in der gesamten Publikation – von Institutions- und Titelbezeichnungen über Eigennamen bis hin zu Darstellungstypen und heraldischen Motiven. Auf diese Weise blieb die Terminologie sowohl in den analytischen Textteilen als auch in den Objektbeschreibungen konsistent. Ferner wurde der sprachliche Registerwechsel konsequent mitgedacht. Während synthetische und interpretierende Passagen eine größere Beweglichkeit verlangten, erforderten dokumentarische Abschnitte eine stärker kontrollierte Sprache. Der Fokus lag daher auf begrifflicher Genauigkeit, ohne die Formulierungen zu verfestigen oder kurzfristige, kontextabhängige Synonyme einzusetzen.
Das Ergebnis meiner Arbeit war eine Katalogübersetzung, die das wissenschaftliche und dokumentarische Material strukturiert und zugleich einen Zugang jenseits eines ausschließlich lokalen Rezeptionsrahmens eröffnet. Die Publikation, gegliedert in vier thematische Blöcke (von einer europäischen Perspektive bis hin zu regionalen Fragestellungen) richtet sich an ein institutionelles und professionelles Publikum: an Forschende, Kuratorinnen und Kuratoren, Museumsfachleute, Archivarinnen und Archivare sowie an Personen, die sich mit dem kulturellen Erbe Pommerns in historischer und symbolischer Perspektive befassen.