Poligraf, Brzezia Łąka, 2011
Das Buch Łąkorz. Mała wieś w wielkiej historii (deutsch: Łąkorz. Kleines Dorf in der großen Geschichte) von Joanna Kulpa stützt sich in hohem Maße auf archivisches Quellenmaterial, darunter lokale Dokumente sowie handschriftliche Aufzeichnungen. Das Buch stellt eine Monografie des Ortes Łąkorz dar und erschließt dessen Geschichte aus der Perspektive der Mikrogeschichte und der Regionalgeschichte. Ein wesentlicher Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeitsweise der Autorin war der Umgang mit handschriftlichen Quellen, die einer editorischen Aufbereitung, Entzifferung und Übersetzung bedurften.
Im Mittelpunkt der Arbeit in diesem Projekt stand die Übertragung handschriftlicher Quellen und nicht die Bearbeitung oder Übersetzung eines bereits vorliegenden Drucktextes. Das Quellenmaterial bestand aus handschriftlichen Aufzeichnungen in unterschiedlichem Erhaltungszustand, mit uneinheitlicher Schrift, variierender Orthografie und wechselnden sprachlichen Konventionen.
Die Aufgabe beschränkte sich daher nicht auf die sprachliche Übertragung in die Zielsprache, sondern umfasste vor allem die sorgfältige Erschließung des Dokumentensinns unter Einbeziehung des historischen Kontexts, der lokalen Terminologie sowie der für handschriftliche Überlieferungen charakteristischen Schreibvarianten.
Die Arbeit am handschriftlichen Material basierte auf einer paläografischen und kontextuellen Analyse. Der Prozess umfasste die Identifikation von Abkürzungen, Varianten der Schreibweise von Eigennamen sowie von Fehlern und Inkonsistenzen, die für handschriftliche Überlieferungen typisch sind, und deren Übertragung unter Wahrung des Sinngehalts der Quelle. Besonderes Augenmerk galt der terminologischen Kohärenz sowie der präzisen Wiedergabe der Inhalte der Dokumente, sodass diese als verlässliche Grundlage für die historische Darstellung in der Publikation herangezogen werden konnten.
Das Ergebnis der Übersetzungsarbeit war die Erschließung und Übertragung handschriftlicher Quellen, die zu einem der inhaltlichen Fundamente des Buches wurden. Eine solche Form der Übersetzung ermöglicht die wissenschaftliche Nutzung archivalischer Bestände in der lokalen Geschichtsforschung und macht sie zugleich in aufbereiteter und gut lesbarer Form zugänglich. Das Projekt richtet sich an Regionalforscherinnen und Regionalforscher, Lokalhistorikerinnen und -historiker, Archivarinnen und Archivare sowie an Kultureinrichtungen und stellt aus berufspraktischer Perspektive ein Beispiel für spezialisierte historische Übersetzungen dar, die auf der Arbeit mit handschriftlichen Quellen beruhen.